Pflegekostenversicherung

Die private Pflegekostenversicherung ergänzt die gesetzliche Pflegepflichtversicherung, die sowohl bei der privaten als auch bei der gesetzlichen Krankenversicherung mit abgedeckt werden muss. Die Pflegekostenversicherung übernimmt je nach Anbieter einen Teil der Pflegekosten, die für eine ambulante Betreuung (vor allem durch professionelles Pflegepersonal), für die stationäre Pflege oder für Hilfsmittel entstehen. Allerdings erbringt sie keine oder nur sehr geringe Leistungen, wenn Angehörige die Pflege übernehmen. Mit einer Pflegekostenversicherung kann der Versicherte die Erstattung er gesetzlichen Pflegeversicherung um bis zu 100 Prozent der anfallenden Pflegekosten aufstocken.

Abzugrenzen von Pflegetagegeld und Pflegerente

Die Pflegekostenversicherung ist von dem privaten Pflegetagegeld und von der Pflegerente zu unterscheiden.
Wer eine Pflegetagegeldversicherung abschließt, erhält im Pflegefall je nach Pflegegrad einen bestimmten Tagessatz. Über das ausgezahlte Geld kann der Versicherungsnehmer frei verfügen. Die Pflegerente leistet in Form eine lebenslangen Rente, deren Höhe ebenfalls direkt von dem Pflegegrad abhängt. Im Gegensatz dazu kommt die Pflegekostenversicherung ganz Allgemein für durch die Pflegebedürftigkeit entstehenden Kosten auf. Dazu gehören die Aufwendungen für einen ambulanten Pflegedienst oder auch die Kosten, die bei einer Unterbringung im Pflegeheim entstehen. Selbst Leistungen für Sachmittel werden erbracht, wenn der Pflegebedürftige diese benötigt.


Diese Leistungen sind möglich

Sowohl der Umfang, als auch die Leistungen, die im Pflegefall erbracht werden, variieren von Versicherer zu Versicherer sehr stark. Im Allgemeinen kommt die Pflegekostenversicherung für Sachkosten auf, die durch den Eintritt der Pflegebedürftigkeit verursacht werden. Auch bei häuslicher Pflege greift die Versicherung, wenn diese durch einen ambulanten professionellen Pflegedienst erbracht wird. Zwar zahlen die Versicherungen meist auch, wenn die Pflege durch Angehörige übernommen wird, doch fallen die Geldbeträge dann erheblich geringer aus. Darüber hinaus werden Pflegehilfsmittel und technische Hilfen gezahlt. Und auch eine teilstationäre und die Kurzzeitpflege können darüber abgerechnet werden. Schließlich übernimmt die Pflegekostenversicherung anteilig (je nach Vertragsvereinbarung) die Kosten bei vollstationärer Pflege. Es sind also vor allem die Sachleistungen für eine Betreuung durch Fachpersonal oder für die Anschaffung von Hilfsmitteln, die durch die Pflegekostenversicherung erstattet werden.

Aufstockung der Pflichtversicherungsleistung sinnvoll

Die Höhe der Pflegekostenversicherung wird nach Bedarf festgelegt. Je nach Tarifstufe werden die Geldleistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung um 20 Prozent bis 200 Prozent erhöht. Das bedeutet, die eher rudimentären Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung können erheblich ausgeweitet werden. Gerade bei einer Vollzeitpflege in einer stationären Einrichtung ist das dringend erforderlich, denn die Pflegepflichtversicherung deckt die Kosten für eine Heimunterbringung nur zu einem Bruchteil ab. Mit einer großzügig bemessenen Pflegekostenversicherung kann man die Deckungslücke gut schließen und eine umfassende Absicherung der anfallenden Pflegekosten sicherstellen. Pflegeversicherungen im Test finden Sie hier.

Auszahlungen sind auf 100 Prozent begrenzt

Obwohl die Pflegekostenversicherung gerade bei einem Tarif mit 200-prozentiger Erhöhung recht großzügige Leistungen im Pflegefall erbringt, ist eine Deckelung der erstattungsfähigen Aufwendugen auf 100 Prozent der realen Auslagen begrenzt. Damit möchte man verhindern, dass sich der Versicherungsnehmer oder einer seiner Angehörigen durch die Auszahlung einer hohen Pflegeleistung bereichert. Es darf also nicht sein, dass die Pflegekostenversicherung eine höhere Erstattung vornimmt als dem Versicherten tatsächlich zusteht. Ein Großteil der Zahlungen von seiten der Versicherung sind damit direkt an die Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung gekoppelt.
Die erwähnte Begrenzung der erstattungsfähigen Kosten auf den Maximalbetrag ist vor allem im Interesse der Versicherung. Sie sorgt letztlich dafür, dass die Ausgaben des Versicherungsunternehmens bei Eintritt des Versicherungsfalls in einem überschaubaren Rahmen bleiben. Durch diese Überschaubarkeit der Kosten zählt sie allerdings auch zur günstigsten Variante der privaten Pflegezusatzversicherungen.

Prozentuale Berechnung fängt Inflation ab

Der Anstieg des allgemeinen Preisniveaus ist auch in der Pflege zu beobachten. Die Kosten für Pflegeleistungen und für Sachmittel steigen kontinuierlich. Aus diesem Grund sehen viele Versicherungen eine automatisierte Dynamisierung vor. Damit erhöhen sich die Leistungen der Versicherung in regelmäßigen Abständen (meist in einem Intervall von drei Jahren), eine Gesundheitsprüfung muss der Versicherte dazu nicht durchführen. Bei der Pflegekostenversicherung ist häufig eine prozentuale Steigerung der Geldleistungen vorgesehen. Damit fängt man steigende Preise für Pflegesachleistungen automatisch ab, ohne den Pflegesatz jeweils konkret berechnen zu müssen.

Vor- und Nachteile der Pflegekostenversicherung im Überblick

Vorteile Nachteile
Übernahme der verbleibenden Restkosten nach erfolgter Vorleistung durch gesetzliche Pflegeversicherung Versicherte können nicht frei über das Geld verfügen.
Versicherung zahlt die tatsächlich anfallenden Kosten. Erstattung erfolgt nur mit Nachweis durch Rechnung o. Ä.
Leistungen passen sich an Kostenentwicklung an. Beitragserhöhungen möglich
preislich günstigste Form der Pflegezusatzversicherung Leistungen die nicht speziell zur Pflege gehören (z. B. Haushaltshilfe) werden nicht erstattet.
Gut geeignet, wenn Pflege durch professionelles Personal bzw. im Pflegeheim erfolgt. nicht geeignet, wenn Pflege zuhause durch Angehörige erfolgen soll, da in diesem Fall keine bzw. nur geringe Geldleistungen erbracht werden.