Pflegeversicherung für Rentner

Auch Rentner müssen Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Die Zahlung übernimmt die Rentenversicherung, doch als Rentner muss man sich darüber im Klaren sein, dass sich die Höhe der ausgezahlten Rente durch den Abzug der Pflegeversicherungsbeiträge reduziert. Zu beachten ist, dass für alle Renteneinkünfte Sozialversicherungsbeiträge zu leisten sind.

Rentner zahlen Beiträge allein

Die Beiträge zur Pflegeversicherung müssen Rentner allein zahlen. Hier unterscheidet sich die Pflegeversicherung deutlich von der Krankenversicherung. Während in der Krankenversicherung nämlich ein Zuschuss zum Beitrag durch den Träger der Rentenversicherung geleistet wird, besteht ein Anspruch auf diese Beiträge bei der Pflegeversicherung nicht. Zwar sind die Versicherungsprämien für die Pflegeversicherung geringer als für die Krankenversicherung, doch als Versicherter muss man wissen, dass der gesamte Pflegeversicherungsbeitrag selbst zu zahlen ist.


Diese Beitragssätze sind zu erwarten

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung 2017 ist in Deutschland seit dem 1. Januar 2017 mit 2,55 Prozent festgelegt, hinzu kommt ein Beitragszuschlag von 0,25 Prozent für Kinderlose. Der Beitragssatz beträgt für Rentner also wenn sie Kinder haben 2,55 Prozent oder 2,8 Prozent, sofern keine leiblichen Kinder, Pflege-, Stief- oder Adoptivkinder vorhanden sind und sie nicht vor dem 1. Januar 1940 geboren wurden. Besteht ein Anspruch auf Beihilfeberechtigung, beträgt der Beitragssatz 1,25 bzw. 1,5 Prozent bei Kinderlosen. Natürlich ist der Beitrag für die Pflegeversicherung überschaubar. Trotzdem müssen sich Rentner darüber im Klaren sein, dass sich die ausgezahlte Rente um diesen Beitrag reduziert. Da der Zuschuss des Arbeitgebers zur Pflegeversicherung bei Rentnern entfällt, gibt es auch keine Aufteilung des Beitragssatzes.

Alle Renten sind sozialversicherungspflichtig

Neben der gesetzlichen Rente sind auch sogenannte Versorgungsbezüge beitragspflichtige Einnahmen. Dazu zählen zum Beispiel Betriebsrenten, Renten aus Versorgungswerken, betrieblich abgeschlossene Riester-Renten oder auch Beamtenpensionen. Auch Einnahmen aus Renten aus dem Ausland und Arbeitseinkommen (z.B. aus einer nebenberuflichen selbstständigen Tätigkeit) sind beitragspflichtig. Wer mehrere Renten bezieht, muss also beachten, dass die Auszahlung jeden Monat um einen geringen Anteil reduziert ist, weil die Beiträge zur Sozialversicherung abzuführen sind. Wie bei der gesetzlichen Rente gilt auch bei allen anderen Renten, dass die Beiträge durch den Versicherten allein zu zahlen sind.

Allerdings gibt es auch Einkünfte, die beitragsfrei sind. Dazu gehören Einkünfte wie private Renten oder Mieteinnahmen.  

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Privat Versicherte mit ähnlichen Vorschriften

Wer als Rentner privat versichert ist, muss bei einer Pflegekasse einen zusätzlichen Vertrag für Pflegeleistungen abschließen. In der Regel wird das die Pflegekasse sein, bei der der Versicherte die Krankenversicherung abgeschlossen hat und bei der er während der Phase der Berufstätigkeit pflegeversichert war. Wie bei gesetzlich Versicherten gilt auch bei privat Versicherten, dass die Beiträge zur Pflegeversicherung allein und ohne Zuschuss des Arbeitgebers zu zahlen sind. Sie richten sich dann nicht nach dem vorhandenen Renteneinkommen, sondern werden grundsätzlich nach den Maßgaben des privaten Versicherers kalkuliert. Als Maßstab gelten aber trotzdem die Beitragssätze und die Beiträge der gesetzlichen Versicherer.

Sonderregelung bei freiwillig gesetzlich versicherten Senioren

Bei freiwillig gesetzlich versicherte Senioren wird die Höhe der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung anhand aller Einnahmen berechnet. Zu den in ihrem Fall sozialversicherungspflichtigen Einnahmen zählen alle Einkommen, die sie für den Lebensunterhalt nutzen können. Das heißt: Rente, Versorgungsbezüge und Arbeitseinkommen. Zusätzlich aber auch Einnahmen aus Kapitalvermögen, Miete oder Pacht sowie Leistungen aus privaten Lebens- und Rentenversicherungen.

So läuft die Zahlung der Beiträge in der Praxis

Gesetzlich Versicherte wissen, dass sie während der Berufstätigkeit ein Nettoeinkommen erhalten, das um die Beiträge zur Sozialversicherung reduziert ist. Die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge werden somit vom Arbeitgeber noch vor der Auszahlung des Einkommens abgezogen, der Versicherte erhält nur das reduzierte Gehalt ausgezahlt. Bei privat Versicherten gelten andere Regelungen, sie bekommen den Arbeitgeberzuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung vom Arbeitgeber überwiesen und müssen die Versicherungsbeiträge selbst an den Versicherer abführen.
Wenn man eine gesetzliche Rente bezieht, werden die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung vom Rentenversicherungsträger einbehalten und direkt an die Kranken- bzw. Pflegekasse abgeführt. Auch Rentner, die bereits pflegebedürftig sind und Leistungen aus der Pflegekasse beziehen, müssen weiterhin Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung zahlen, im Gegensatz zur privaten Pflegeversicherung. Hier werden die Beiträge häufig erlassen, sobald ein Versicherter einen der höheren Pflegegrade hat. Ab wann die Beitragsbefreiung gilt ist je nach Anbieter unterschiedlich geregelt.