Pflegeversicherung Leistungen

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist das jüngste Standbein im deutschen Sozialversicherungssystem. Doch trotz ihrer „Jugend“ (Sie wurde erst 1995 eingeführt.) kommt ihr eine immer größere Bedeutung zu, denn der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften und an adäquaten Pflegeeinrichtungen steigt stetig an und wird auch in den nächsten Jahrzehnten weiter zunehmen. Schon heute erbringt die gesetzliche Pflegeversicherung wichtige Leistungen, wenn Menschen zum Pflegefall werden. Pflegebedürftige erhalten eine nach Pflegegrad gestaffelte Pflegesachleistung oder ein Pflegegeld, sofern die Pflegekasse eine Einstufung als Pflegefall vornimmt.

Private Betreuung erwünscht

pflegeversicherung leistungenAktuelle Umfragen aus den Jahren 2012 und 2013 belegen, dass die Mehrzahl der Deutschen eine Pflege in der heimischen Umgebung bevorzugen, sofern eine Verschlechterung der Gesundheit bis zum diagnostizierten Pflegefall eintritt. Gerne wird diese Pflege auch von den Angehörigen geleistet, sofern es der gesundheitliche Zustand zulässt. Solange der Betroffene lediglich eine eingeschränkte Alltagskompetenz hat und bei den täglichen Arbeiten nur eine temporäre Unterstützung benötigt, mag es möglich sein, die Betreuung durch die Angehörigen sicherzustellen. Verschlechtert sich aber die Gesundheit, ist häufig professionelle Unterstützung gefordert. Sie mag unterschiedlich gestaltet sein, doch jeglicher Hilfe ist eines gemein: Sie kostet Geld.

Pflegeversicherung Leistungen

Professionelle Unterstützung ist teuer

Wenn Menschen erstmals Hilfe durch Dritte benötigen, steht schnell die Frage nach der Art der Unterstützung im Raum. Ein ambulanter Pflegedienst kann mehrmals in der Woche vorbeikommen und helfen. Auch die tägliche Versorgung ist möglich. Eine teilstationäre Betreuung oder der Aufenthalt in einem Pflegeheim wird die Rundum-Versorgung des betroffenen Menschen sicherstellen. Doch die Kosten, die ein solcher Aufenthalt monatlich verursacht, sind nicht zu unterschätzen. Obwohl Versicherte einen Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung haben, werden diese in keinem der Pflegegrade ausreichen, um die Kosten komplett zu decken.

Diese Leistungen sind möglich

Grundsätzlich haben sozialversicherungspflichtige Verbraucher gegenüber der gesetzlichen Pflegeversicherung einen Anspruch auf Zahlung eines Pflegegeldes, einer -sachleistung oder eine Kombination aus beiden. Sowohl das Pflegegeld als auch die Sachleistung richten sich nach dem festgestellten Pflegegrad und wurden mit Inkrafttreten des Dritten Pflegestärkungsgesetzes und der Einführung der fünf Pflegegrade 2017 erhöht. Auch die Geldleistungen für die Verhinderungspflege und die die Kurzzeitpflege wurden deutlich ausgebaut. Festgeschrieben sind die Leistungen der Pflegepflichtversicherung im SGB XI, dem Sozialgesetzbuch. Der Träger der Pflegeversicherung ist die Pflegekasse, sie ist an die jeweilige Krankenversicherung gekoppelt, bei der der Betroffene unter Vertrag ist.

Die maximale Leistung der Pflegekasse beträgt seit dem 1. Januar 2017 nach dem SGB 2.005 Euro, sofern die Pflege im Heim erfolgt und eine Einstufung in Pflegegrad 5 vorliegt. Bei Pflegesachleistungen erfolgt die Abrechnung direkt zwischen der Pflegeversicherung und dem Pflegedienst. Das Pflegegeld beträgt ab 2017 bei Pflegegrad 4, ohne Demenz 728 Euro und wird an den Betroffenen gezahlt.Hat der Betroffene Demenz erhält er im vierten Pflegegrad 901 Euro. Außerdem werden Zuschüsse für Pflegehilfsmittel und zu Umbaumaßnahmen gewährt. Wer bisher


Begriffserläuterungen

Pflegesachleistung:

Wird der Pflegebedürftige zuhause durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt, spricht man von einer Pflegesachleistung. Diese umfasst sowohl die Pflege, als auch Hilfen im Haushalt und die häusliche Betreuung. Abgerechnet wird direkt zwischen Pflegekasse und -dienst.

bis 31.12.2016 ab 01.01.2017
Pflegestufe  Pflegesachleistung/pro Monat Pflegegrad Pflegesachleistung/pro Monat
1 **
0 (mit Demenz*) 231 € 2 689 €
1 468 € 2 689 €
1 (mit Demenz*) 689 € 3 1.298 €
2 1.144 € 3 1.298 €
2 (mit Demenz*) 1.298 € 4 1.612 €
3 1.612 € 4 1.612 €
3 (mit Demenz*) 1.612 € 5 1.612 €
Härtefall 1.995 € 5 1.995 €
Härtefall  (mit Demenz*) 1.995 € 5 1.995 €

*Gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne von § 45a SGB XI – das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen.
**Bei Pflegegrad 1 gewährt die Pflegeversicherung Leistungen nach § 28a SGB XI.

Pflegegeld:

Das sogenannte Pflegegeld wird direkt an den Pflegebedürftigen gezahlt und von der Pflegekasse auf sein Konto überwiesen. Das Pflegegeld erhält der Betroffene, wenn Ehrenamtliche (In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um Familienangehörige.) die häusliche Pflege übernehmen.

bis 31.12.2016 ab 01.01.2017
Pflegestufe  Pflegegeld/pro Monat Pflegegrad Pflegegeld/pro Monat
0 (mit Demenz*) 123 € 2 316 €
1 244 € 2 316 €
1 (mit Demenz*) 316 € 3 545 €
2 458 € 3 545 €
2 (mit Demenz*) 545 € 4 728 €
3 728 € 4 728 €
3 (mit Demenz*) 728 € 5 901 €
Härtefall 5 901 €

*Gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne von § 45a SGB XI – das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen.

Zusätzliche Vorsorge ist empfehlenswert

Ein Blick auf die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung genügt und es wird klar, dass eine private Vorsorge dringend zu empfehlen ist. Wenn eine professionelle Hilfe für die Pflege notwendig wird, ergibt sich angesichts der Leistungen der Pflegepflichtversicherung eine Diskrepanz von 1.000 Euro und mehr im Monat. Wer diese Versorgungslücke nicht aus einer Rente oder aus einem privat aufgebauten Vermögen decken kann, muss soziale Unterstützung in Anspruch nehmen. In diesem Fall werden die Kinder des Pflegebedürftigen von den Trägern der Sozialversicherung in die Pflicht genommen (Haftung Angehöriger). Wer das vermeiden möchte, muss frühzeitig eine private Vorsorge für den Fall einer Pflegebedürftigkeit abschließen, welche die Versorgungslücke sinnvoll schließt. Zum Pflegeversicherung Vergleich.

Schnelle Hilfe im Pflegefall

Tritt die Pflegebedürftigkeit erst einmal ein, ist in der Regel große Eile geboten, um alle erforderlichen Anträge und Umstellungen im Alltag zu organisieren. Es müssen Pflegedienste gesucht und verglichen werden. Wer sich für den Umzug in ein Pflegeheim entscheidet, möchte sich sicher erstmal einige Einrichtungen vor Ort anschauen. Und auch die Pflegeleistungen der Krankenkassen müssen beantragt werden. Denn eine Leistung sowohl aus der privaten, als auch aus der gesetzlichen Pflegeversicherung erfolgt nur auf Antragstellung.
Viele Anbieter privater Pflegeversicherungen bieten auf ihren Internetseiten Unterstützung und Informationen zur idealen Vorgehensweise, wenn man selbst oder Angehörige pflegebedürftig werden. Aber auch andere Seiten, wie die des Verbraucherschutzes bieten Unterstützung.